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Consult One bezieht Stellung

Donnerstag, 25. Februar 2010

10 Jahre Bologna – Fluch oder Segen für die deutschen Hochschulen?

In der Veranstaltungsreihe “Tatsachen? – Forschung unter der Lupe” wird Consult One e.V. zum Bologna Prozess Stellung beziehen.

An der Diskussion werden Prof. Dr. Heike Faßbender, Vizepräsidentin Lehre, Studium, Weiterbildung der TU Braunschweig, Claudia Kretschmann, Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften Region SüdOstNiedersachen an der TU Braunschweig, Thomas Martin Peters, Leiter der Personalabteilung Führungskräfte der Salzgitter AG und Steffen Schaffhausen, Student und Vorstandsvorsitzender des Consult One e.V. teilnehmen.

Zehn Jahre nach Beginn der Reform herrscht größtenteils Verunsicherung. Nicht nur Studenten stellen sich die Frage, ob das neue System die gewünschten Vorteile bringt, oder ob nicht doch das deutsche Bildungssystem seine (einzigartige) Identität verliert.

In vielen Köpfen hat sich -auch durch die Studiengebühren-  einiges bewegt: “Schnell lernen, schnell fertig werden”. Ohne Zweifel ist das Studium effizienter geworden. Allerdings sollte berücksichtigt werden, welcher Preis dafür gezahlt wird.

Studium geradeaus, konzentriert und ohne Rücksicht auf Verluste. Dieser Weg prädestiniert dazu, die akademischen Scheuklappen aufzusetzen und keinen Blick zur Seite zu wagen. Viele Aspekte eines vollständigen Studiums werden vernachlässigt, man verliert sein individuelles Profil und geht in der Masse unter. Die Folge ist nicht nur verschenktes Potenzial jedes Einzelnen, sondern auch eine Homogenisierung zukünftiger Bewerberprofile auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Ein Beleg dafür findet sich in den Aussagen führender deutscher Unternehmen:

“Ein stromlinienförmiger Lebenslauf und hervorragende Noten sind nicht alles; es geht um die gesamte Persönlichkeit eines Bewerbers.” (Siemens Management Consulting)

“Wir suchen Persönlichkeiten, die über den akademischen Tellerrand hinausblicken.” (McKinsey & Co.)

“… einen überdurchschnittlichen Abschluss, Zielstrebigkeit, Innovationsstärke, Teamgeist und … sich von der Masse abheben.” (Bosch)

Studentische Organisationen wie das Lions Racing Team, Bonding, Aiesec oder Consult One bieten jeweils einzigartige Möglichkeiten sich zu profilieren. Engagement neben dem Studium hilft nicht nur dem Lebenslauf, sondern auch der eigenen Persönlichkeit.

Wenn es die deutschen Hochschulen schaffen, einen Bologna-Brei zu vermeiden und die Alleinstellungsmerkmale der deutschen Hochschullandschaft wertzuschätzen, ist viel erreicht. Der  Entfaltungsspielraum an den Universitäten und die Effizienz der Fachhochschulen bieten viele Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung. Ein zielgerichtetes Studium ist sicherlich vorteilhaft, aber es sollte nicht an den falschen Stellen beschnitten werden.